Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V., 28.09.2009

Tag der offenen Tür in den katholischen Kindertagesstätten

Bischof Tebartz-van Elst zur Qualität in katholischen Kindertagesstätten

Vom 25. bis 27. September feiern 42 katholische Kindertagesstätten in Wiesbaden, im Rheingau und im Untertaunus einen gemeinsamen Tag der offenen Tür. Jede der Einrichtungen öffnet an einem der drei Tage ihre Pforten, präsentiert ein individuelles Programm und lädt Eltern, Geschwister und alle Interessierten zum Anschauen, Herumstöbern und Fragenstellen ein.

„Wir wollen unsere pädagogische Arbeit darstellen und unsere Konzepte präsentieren. Alle unsere Kindertagesstätten haben inzwischen ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt, das dauerhaft weiterentwickelt und fortgeschrieben wird“, erklärt Dagmar Geisler, Fachberaterin für Kindertagesstätten im Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V.

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst nennt drei Momente, die die Arbeit und die Qualität der katholischen Kindertagesstätten ausmachen. „Das erste grundlegende Moment besteht darin, dass die Eltern und ihre Kinder zunächst einmal so angenommen und geschätzt werden, wie sie sind. Dass sie so kommen dürfen, wie sie sind: Als von Gott geliebte Kinder aller Herkunft, auch anderer Religionen und Anschauungen, mit Behinderungen und mit allen Gaben, die Gott ihnen geschenkt hat. Der Kindergarten hat die Aufgabe, diese Qualitäten der Kinder zu erkennen, ihnen zu begegnen und sie wachsen zu lassen.

Das zweite Moment besteht darin, dass den Kindern all das weitergegeben wird, was uns selbst wertvoll erscheint; dass wir ihnen nichts vorenthalten, was ihrem Glück dient. Dazu gehören Sprache, Bewegung, Musik, die Entdeckung der Natur und der Technik, der rechte Umgang mit anderen, und das wachsende Vertrauen auf die eigenen Fähigkeiten. Dazu gehört aber auch der Glaube.

Das dritte Moment besteht schließlich darin, dass die Kinder Zuwendung erfahren. Kinder brauchen Vertrauen, Beziehung und Liebe – auch von den Erzieherinnen und Erziehern – wenn ihre Erziehung gelingen soll. Je jünger die Kinder sind, umso größer ist hier die Verantwortung, den Kindern diese Zuwendung zu geben. In dieser Zuwendung schenken wir ihnen Gott selbst, von dem die Heilige Schrift sagt: „Gott ist die Liebe.“

In diesen drei Momenten, der wertschätzenden Annahme, dem beglückenden Glauben und der liebenden Zuwendung besteht der Kern von Qualität und Profil einer katholischen Kindertageseinrichtung. Alle übrigen Momente der Arbeit haben bezogen auf diesen einen dienenden Charakter.

Das Gütesiegel des Bundesverbandes der katholischen Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) hilft uns dabei, diese zentralen Momente im Alltag nicht aus dem Blick zu verlieren. Mit der Zertifizierung unserer Einrichtungen soll dokumentiert werden, dass sie sich dieser Anforderung bewusst sind und sich immer wieder systematisch daraufhin überprüfen lassen.

Ein solches Zertifikat ist aber gewissermaßen nur die äußere, formale Seite. Das eigentliche Merkmal der Qualität ist das, was die Kinder auf ihren weiteren Lebensweg mitnehmen. Und wenn dies Glaube, Hoffnung und Liebe sind, so haben ihre Eltern, die Erzieherinnen und alle anderen Erwachsenen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben, das Entscheidende für sie getan.“

Neben der Präsentation der Arbeit der katholischen Kindertageseinrichtungen soll aber auch das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen gestärkt werden. „Die hohe Motivation und die Freude an der Arbeit ist schon bei der Vorbereitung der Aktion deutlich geworden“, sagt Dagmar Geisler.

Der Tag der offenen Tür beginnt am Freitag, 25. September, mit dem Besuch von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst in der Kindertagesstätte der katholischen Kirchengemeinde St. Elisabeth in Bad Schwalbach, einem Gottesdienst für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 42 Kindertagesstätten und einem anschließenden Empfang, bei dem die Erzieherinnen und Erzieher mit dem Bischof ins Gespräch kommen können.

Am 26. und 27. September öffnen die Kindertagesstätten jeweils an einem Tag ihre Pforten. Die Kindertagesstätte der katholischen Kirchengemeinde Herz-Jesu in Wiesbaden-Biebrich feiert in diesem Rahmen am Sonntag, 27. September, ihr 100jähriges Bestehen. Caritasdirektorin und Vorsitzende der KTK-Regional-AG Rheingau, Untertaunus, Wiesbaden Barbara Handke, Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller, Stadtverordnetenvorsteherin Angelika Thiels, Sozialdezernent Arno Goßmann, Ralf Stammberger vom Dezernat Kinder, Jugend und Familie im Bischöflichen Ordinariat und Diözesancaritasdirektor Dr. Hejo Manderscheid haben ihren Besuch zum Empfang um 10.45 Uhr in der Kindertagesstätte (Kreitzstraße 5) angekündigt.

In den katholischen Kindertageseinrichtungen werden rund 2.000 Kinder im Alter von sechs Monaten bis zwölf Jahren von 450 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. Sie sind außerdem Ausbildungseinrichtungen für junge Menschen mit dem Berufswunsch Erzieherin oder Erzieher.

 

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