Diözesan-Caritasverband Görlitz, 24.11.2015

Bildungsarbeit der Caritas in der Görlitzer Blumenstraße 36 beendet

Mit einer kleinen Feierstunde am 20. November ging für die Blumenstraße 36 in Görlitz eine Ära zu Ende. Mehr als 50 Jahre waren hier junge Menschen für die Pflege von Menschen vorbereitet und ausgebildet worden.

Was bereits 1964 als Aspirantur begann, in der viele junge Frauen unter schwierigen Bedingungen in der DDR auf den Beruf der Krankenschwester oder der Erzieherin vorbereitet wurden, wurde nach der politischen Wende 1989 zu einer Berufsfachschule umstrukturiert. So konnten junge Menschen unter fachkundiger Anleitung praktische und theoretische Grundlagen für die Berufsausbildung erwerben. Aufgrund der Festlegung des Freistaates Sachsen, den Bildungsgang Gesundheit und Pflege aus der Berufsfachschulverordnung zu streichen, musste die Berufsfachschule 2013 schließen. Danach folgte das Projekt „Dia- LOGin “, um jungen Menschen eine zweite Chance zu geben, die etwa ihre Ausbildung in der Pflege abgebrochen hatten oder deren Verträge nach der Probezeit nicht verlängert worden waren. „Dia- LOGin “ sollte sie auffangen, ihnen die Möglichkeit geben, noch einmal von vorn anzufangen.

So spannte André Schneider, Abteilungsleiter Kinder-, Jugend- und Familienhilfe beim Caritasverband, in seinen Ausführungen einen Bogen zur Entwicklung beruflicher Bildung im Caritasverband von 1964 bis heute. Zuvor hatte Diözesancaritasdirektor Michael Standera bereits über die schwierige Zeit vor 1990 gesprochen. Rita Lehmann, Koordinatorin des Projektes „Dia- LOG-in “ und Projekt-Mitarbeiter Matthias Voigt fassten das Ansinnen aus 24 Jahren Berufsfachschule und Projekt „Dia- LOGin “ zusammen. Ausgehend vom Vorwort der pädagogischen Konzeption, in dem geschrieben steht, dass jeder Mensch als Geschöpf Gottes einmalig / einzigartig ist in seinem Wesen … und jeder Mensch auf gelebte Beziehungen angewiesen ist, um sich selbst zu entfalten, legten sie vier Punkte dar, die den Kern der Arbeit mit jungen sich orientierenden Menschen ausmachten: wertschätzender Umgang miteinander, individuelle Begleitung, soziale Gruppenarbeit und Verantwortung übernehmen – mitgestalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten sich die Teilnehmerzahlen im Projekt stabilisiert. Dennoch konnte keine dauerhafte Vollbelegung erreicht werden. Das finanzielle Risiko hierfür trug der Caritasverband.

Zum Abschluss der Feierstunde dankte Ursula Wilkowski, Leiterin der Caritas-Regionalstelle Görlitz, allen anwesenden Kooperationspartnern, jetzigen und ehemaligen Mitarbeitern, Dozenten und Mentoren, in dem sie eine Rose und ein kleines Andenkenn an die Schule überreichte. Frau Wilkowski gab zum Schluss Auskunft darüber, dass die Fortbildungen im Bereich Pflege und soziale Betreuung weiterhin über die Blumenstraße laufen und nachgefragt werden können.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von Thomas Seyda am Klavier und Ellen Letzel am Fagott.

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