Diözesan-Caritasverband Görlitz, 13.04.2016

"Können wir das schaffen? - JO - wir schaffen das!"

Unter diesem erlesenen Motto begann am 4. April eine mal etwas andere Seminarwoche der FSJ`ler des Caritasverbandes der Diözese Görlitz e.V. Was war anders? Auf den Punkt gebracht: Wir waren aktiv. Alle FSJ`ler teilten sich in fünf Gruppen, welche in verschiedenen sozialen Einrichtungen selbsterdachte Projekte vorbereiteten. So begab sich eine Gruppe auf Schatzsuche mit den kleinen Entdeckern des Katholischen Kinderhauses „St. Johannes“ in Weißwasser. Eine Attraktion für den Nachwuchs von Neuzelle war der Regenbogenrummel im Katholischen Kinderhaus „St. Christophorus“, während die evangelische Grundschule Lübben mit einem Kreativnachmittag aus dem Alltag geholt werden sollte. Nach einem unermüdlichen Wettkampf in Lübben wurden von uns die Tischkicker-Meister der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „die insel“ gekürt.

Meine Gruppe machte sich auf den Weg nach Görlitz zum Wohnheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Nachdem wir hörten, dass die Jugendlichen einen leider sehr begrenzten Raum an Möglichkeiten zur Tagesgestaltung haben (Aufenthalt nur im Landkreis Görlitz möglich), entschieden wir uns für ein künstlerisches Projekt im Sinne einer Malrunde. Also kauften wir Leinwände und Zubehör für unterschiedliche Gestaltungstechniken, um die Kreativität der jungen Görlitzer Asylanten zu erforschen. Gastfreundlich wie neugierig wurden wir empfangen und starteten mit einer kurzen Vorstellungsrunde. Zwei unserer Gastgeber stellten sich als Siebzigjährige? - ups - Siebzehnjährige vor. Aber auch ohne fließendes Deutsch war deutlich zu spüren, dass alle sich des Besuchs erfreuten.

Ich, des Elternhauses wegen mit der Kunst vertraut, malte ohne große Überlegung drauf los, was recht abstrakt endete. Aber viel interessanter war: Was malten unsere Künstler aus Afghanistan, Syrien und dem Irak? Zu unserer Überraschung steckte viel Heimat darin. Es fanden sich Verewigungen der heimischen Flagge, des heimatlichen Länderumrisses und auch des eigenen Namens. Spannend war auch zu beobachten, wie nach und nach neue Techniken nachgeahmt wurden, aber dann doch wieder der eigene Touch nicht fehlen durfte.

Nachdem wir meinten, unsere Werke vollendet zu haben, gab es traditionell kaltes Mittagessen. Wir wurden durch und durch, Jungs wie Mädchen, gastfreundlich behandelt. Somit ließen wir uns Pita mit Frischkäse, Fisch oder auch Salat schmecken und betrachteten zufrieden kauend unser Werk, während wir zu unserer Tätigkeit und unseren Zukunftsplänen ausgefragt wurden. Nach ein paar gemeinsamen Fotos, Spiel und Unterhaltung, nahmen wir auch schon Abschied. Ein wenig erschöpft, aber mit Lächeln im Gesicht, fuhren wir wieder nach Neuhausen. Mit verträumtem Blick aus dem Zugfenster musste ich feststellen: So unterschiedlich unsere Bilder auch waren, so einig waren wir uns doch in einem: Das war ein guter Tag.

Ferdinand Rempe (FSJ`ler)

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