Diözesan-Caritasverband Görlitz, 02.05.2017

Was bedeutet "Heimat" für mich? Wo ist meine Heimat? Kann man mehr als eine Heimat haben?

Diese und andere Fragen stellten sich die Besucher der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle (KBS) Hoyerswerda sowie der Begegnungsstätte Kamenz (KOBS) während ihres Ausfluges nach Panschwitz-Kuckau.

Bei schönstem Frühlingswetter konnten die Besucher am 24. April durch den Klosterpark wandeln, vorbei am Kneippbecken, welches einige zum Wassertreten nutzten, hin zum Kräutergarten. Nach einem Spaziergang zwischen Beeten und blühenden Bäumen versammelten sich alle an einem sonnigen Platz, um sich auf das Thema der Exkursion einzustimmen. Die Gruppe hörte ein Lied von Herbert Grönemeyer, der im Refrain über „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ singt.

Nach kurzem Meinungsaustausch ging es weiter ins Klosterstübel. Vor dem gemeinsamen Essen konnte mit Hilfe verschiedener Texte und Zitate, wie zum Beispiel „Freundschaft ist wie Heimat“ (Kurt Tucholsky) oder auch „Ich fühle mich in der ganzen Welt zuhause, wo es Wolken und Vögel und Menschentränen gibt.“ (Rosa Luxemburg), über die Bedeutung von Heimat philosophiert werden. Später hatten die Besucher  noch die Möglichkeit, Horst Liebelt und seinen Erinnerungen zu lauschen. Er wurde gemeinsam mit seiner Frau eingeladen, um über Flucht und Vertreibung der Familie sowie den Neuanfang hier in der Region zu erzählen. Herr Liebelt betonte: „Meine Heimat ist Schlesien, aber mein Zuhause ist jetzt hier.“

Dieser beeindruckende Ausflug gibt Anlass, über unser Leben nachzudenken. Niemand wird von hier vertrieben oder muss vor einem Krieg fliehen, niemand muss heimatlos sein. Wenn aus diesem Bewusstsein und dieser Dankbarkeit ein Mitgefühl für Flüchtlinge in unserem Land entsteht, dann war es ein durchaus gelungener Tag.

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