Diözesan-Caritasverband Görlitz, 22.05.2017

Kirchenasyl - ein Ausweg aus der Aussichtslosigkeit?

Dieser Frage sind am 17. Mai die Teilnehmer eines Informationstages nachgegangen. Neben katholischen Priestern des Bistums Görlitz waren Pfarrer der Evangelischen Kirche des Sprengels Görlitz sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Flüchtlingshilfe von caritativen und diakonischen Trägern gekommen.

Pfarrerin Dr. Elisabeth Rosenfeld von der Flüchtlingskirche erläuterte die Thematik aus theologischer Sicht. Etwa 50 Kirchenasyle gebe es in Brandenburg, im gesamten Bundesgebiet wohl circa 700. Davon seien über 95 Prozent so genannte Dublin-Fälle. Das bedeutet, sie wurden in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union mit ihrem Asylbegehren erfasst und müssten eigentlich in die Ersterfassungsländer zurückgeschickt werden. Übrig blieben eigentlich nur die abgelehnten Asylbewerber.

Mit einer als Kirchenasyl umgangssprachlich bezeichneten Form der humanitären Hilfe in Kirchen- und Gemeinderäumen werde jedoch keine neue Verfahrensstufe im Asylverfahren eröffnet. Es handelt sich hierbei lediglich um eine zeitlich befristete Aufnahme von Menschen, deren Abschiebung einen besonderen Härtefall darstellen würde.

Ko-Referentin Monika Schwenke, Abteilungsleiterin Migration und Integration beim Caritasverband des Bistums Magdeburg, macht noch einmal auf die Regeln des Asylverfahrens aufmerksam. Eine frühzeitige Konsultation der Migrations-Fachberatungsstellen können spätere Enttäuschungen vermeiden. Auch gebe es Härtefallkommissionen der Länder, die für humanitäre Härtefälle zuständig sind.

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