Diözesan-Caritasverband Görlitz, 06.07.2017

Bistumsübergreifender Kommunikations- und Vernetzungsbedarf in der Migrationsarbeit

Magdeburg. Bereits im März dieses Jahres hatten sich die Koordinatoren für die Flüchtlingshilfe der Bistümer Görlitz, Andreas Jahn, und Magdeburg, Verena Redemann, zu Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit ausgetauscht. Eine erste Umsetzung erfolgte im Bereich des Fachaustausches während einer Veranstaltung zum Kirchenasyl durch die Migrationsbeauftragte des Bistums Magdeburg, Monika Schwenke in Cottbus im Mai 2017. Einige benachbarte Bistümer formulierten daraufhin einen Kommunikations- und Vernetzungsbedarf auf der Arbeitsebene der Flüchtlingsbeauftragten beziehungsweise -koordinatoren, den die Caritas im Bistum Magdeburg nun aufgegriffen und zu einem Auftakt eines Fach- und Meinungsaustauschs ins Roncalli-Haus nach Magdeburg eingeladen hatte.

Hauptanliegen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es, die Hilfe für geflüchtete Menschen und Zugewanderte über Bistumsgrenzen hinweg zu verbessern und die interdiözesane Kooperation in der Integrationsarbeit weiterhin zu befördern. Vertreterinnen und Vertreter der Diözesan-Caritasverbände Hildesheim, Dresden-Meißen, Görlitz und der bischöflichen Ordinariate Berlin und Erfurt zeichneten ein vielfältiges Bild der Herangehensweisen in der Flüchtlingsarbeit und zeigten sich inspiriert von einigen Praxisbeispielen. Diskutiert wurden u.a. folgende Fragen: Wie gestaltet sich die Migrations- und Integrationsarbeit in kirchlicher Trägerschaft, aber auch mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren? Wie stellt sich das Verhältnis zwischen Kirche und demokratiefeindlichen Positionen dar? Welchen Herausforderungen begegnen Gemeinden in ihrem kirchlichen Engagements für Flüchtlinge?

Während des Fachaustauschs wurde festgestellt und hervorgehoben, dass das Bistum Magdeburg eine sehr gute strukturelle Vernetzung aufgebaut hat, die grundsätzlich für ein soziales Engagement in Kooperation von Kirche und Caritas wünschenswert ist. Die regionale Vernetzung wurde auch von der Referentin des Arbeitsstabs des Sonderbeauftragten für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Katharina Vahnenbruck, sehr begrüßt und als vorbildliches Beispiel, auch für andere Bistümer, eingeschätzt.

Deutlich wurde, dass es kompetenter Koordinierungsstellen zwischen den verschiedenen Trägerschaften sowie Engagement auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens bedarf, um Integration als gesamtgesellschaftliche Herausforderung zu betrachten und Fürsorge für Migranten als Selbstverständnis von Kirche zu verstehen.

Die Beteiligten plädierten daher dafür, gemäß der „Leitsätze“, die 2016 von den deutschen Bischöfen verabschiedet wurden, die Strukturen für eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Engagements für Flüchtlinge auch zukünftig zu unterstützen. Mit dem Ziel langfristig Engagierten eine ethische Orientierung an die Hand geben, professionelle Begleitung und (im-)materielle Unterstützung anbieten, sowie Wertschätzung gegenüber bringen zu können. Der Wunsch nach weiteren Austauschmöglichkeiten wurde von den Organisatoren aufgenommen, so dass es Anfang nächsten Jahres 2018 ein weiteres Treffen geben wird. Perspektivisch soll eine gemeinsame Position zum Thema „kirchliches Engagements“ erarbeitet werden, die verdeutlicht, welche Chancen, aber auch Herausforderungen aus der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit für die deutschen Bistümer resultieren. Die Vergangenheit hat jedoch schon jetzt gezeigt, dass durch die Entwicklungen im Flüchtlingsbereich eine engere Zusammenarbeit zwischen Caritas, Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen, auch über die Bistumsgrenzen hinweg, erfolgt.

Verena Redemann

Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V.

Referat Flüchtlingshilfe

Abteilung Migration/ Integration

Langer Weg 65-66

39112 Magdeburg

Telefon: 0391/60 53-240

 

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